Revision des Volksschulgesetzes: Stellungnahme zu den Verordnungen

Bildung Bern steht grundsätzlich hinter der Revision des Volksschulgesetzes. Die Sonderschulbildung kommt von der Gesundheits- und Sozialdirektion GSI unter das Dach der Bildungs- und Kulturdirektion BKD. Als Folge dieser Revision müssen die Volksschulverordnung VSV angepasst und die Verordnung zum besonderen Volksschulangebot BVSV erlassen werden. Die Vernehmlassung dazu lief bis am 2. Juni 2021. Bildung Bern hat die Stellungnahme nach einer internen Konsultation in den Regionen, Fraktionen und Kommission eingereicht. Darin wurde erneut darauf hingewiesen, dass die Belastung durch die Integration und die Erwartungen an die Schulen hoch sind. Bereits in der grundsätzlichen Stellungnahme zur Revision des Volksschulgesetzes von 2019 wurde auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Die wichtigsten Punkte zur Stellungnahme zu den Verordnungen:

Die Belastung darf nicht weiter zunehmen
Die integrative Schulung kommt durch die Revision in die Verantwortung der Regelschulen. Nur wenn die Tragfähigkeit von Schule, Kollegium, Schulleitung und Infrastruktur gegeben ist, kann integrative Schulung erfolgreich sein.
Das heisst, die Unterstützung in Form von Lektionen muss quantitativ und qualitativ ausreichend sein. Diese Bedingung ist nach wie vor nicht erfüllt. Die Schulen sind höchst belastet. Darauf ist bei integrativer Schulung Rücksicht zu nehmen. Sie kann bei genügend Ressourcen einen Mehrwert für alle darstellen.
Bildung Bern weist auf die Logopädie- und Psychomotorik-Therapien hin, die bisher in privaten Praxen erfolgt sind. Auf einen guten Übergang und auf eine sinnvolle Nutzung von bestehender Infrastruktur ist zu achten.

Mangel an qualifiziertem Personal
Zweitens macht der Berufsverband auf den Mangel an Lehrpersonen und Heilpädagoginnen aufmerksam. Sowohl im Regelunterricht wie in integrativer und separativer Sonderschulung fehlt das Fachpersonal. Ausgebildete Fachpersonen sind zwingend für gelingende Integration. Die Rahmen- und Anstellungsbedingungen müssen dringend verbessert werden, damit genügend Personen die LehrerInnenausbildung absolvieren und langjährig und in einem hohen Beschäftigungsgrad im Beruf arbeiten.