Mangel an Lehrpersonen

Der Mangel an Lehrpersonen ist gross, der Aufwand um Stellen und Stellvertretungen besetzen zu können ist immens. Zur Unterstützung hat die PH Bern diverse Angebote geschaffen. Wichtig ist, dass Unterrichtende ohne pädagogische Ausbildung, die Begleit- und Weiterbildungsangebote für Berufseinsteigende besuchen.

Die Zusammenstellung der Angebote finden Sie hier.

Anstellungen mit Auflagen

Die Schulen betreiben einen grossen Aufwand und stellen auch Personen an, deren Bewerbung sie vor einigen Jahren nicht einmal geprüft hätten. Der Markt ist ausgetrocknet. Anstellungen werden in Folge fehlender Qualifikationen von Stellenbewerbenden zum Blindflug. Entweder es klappt oder nicht. Die Schulleitungen müssen innerhalb der Probezeit entscheiden, ob jemand für den Schuldienst taugt oder nicht. Bildung Bern fordert, dass Personen, die über keine adäquate Ausbildung verfügen, mit Auflagen angestellt werden. Sie sollen die Ausbildung nachholen, sich weiterbilden oder müssen damit rechnen, dass sie bei genügender Anzahl ausgebildeter Lehrpersonen eine Schule auch wieder verlassen müssen.

Massnahmen gegen den Lehrpersonenmangel

Die Bildungsdirektion und die PHBern arbeiten laufend Massnahmen aus, die gegen den Lehrpersonenmangel wirken. Bildung Bern ist in der entsprechenden Arbeitsgruppe vertreten und steht hinter diesen Massnahmen.

  • Semestereinsatz von Studierenden
  • Berufsbegleitetes Praktikum
  • Teilzeitstudium
  • Studienbegleitender Berufseinstieg
  • Vermittlungsstelle der BKD für schwierige Stellenbesetzungen
  • Ausgebautes Mentorat für die Unterstützung von Quer- und Wiedereinsteigenden
  • Zusammenarbeit mit den regionalen Arbeitsvermittlungsstellen RAV
  • Rekrutierung von Studierenden in geeigneten Studienrichtungen und von Musiklehrpersonen an Musikschulen

Falls Sie an Ihrer Schule Schwierigkeiten bei der Suche von qualifiziertem Lehrpersonal haben, raten wir Ihnen zur Kontaktaufnahme mit der BKD (Stefan Hess, stefan.hess[at]be.ch oder 031 636 17 66) oder mit dem regionalen Schulinspektorat.

Bildungsqualität trotz allem

Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet. Darunter leiden alle: Schulleitungen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Eltern. Und die Qualität in der Bildung leidet ebenfalls.

Schulentwicklung wird zur Nebensache, wenn die Anstellung von qualifizierten Lehrpersonen zufällig wird.

Kurzfristige Lösungen gibt es nicht. Umso wichtiger ist eine gute Zusammenarbeit in den Kollegien. Personen, die einspringen und hochwillkommen sind, sollen von den erfahrenen Lehrpersonen profitieren können. Sie bringen auf der anderen Seite Qualifikationen aus anderen Berufsfeldern mit – auch diese sind wertvoll. Es bleibt in der angespannten Situation wichtig, eine gute Zusammenarbeit zu pflegen und die unterschiedlichen Ressourcen zu nutzen. Und ja, auch einmal etwas nicht zu tun.

Die SchülerInnen sind auf motivierte Lehrpersonen angewiesen, unabhängig von deren Ausbildungsstand.

Keine Schnellbleichen und kantonale Diplome

Gelegentlich taucht die Forderung auf nach kurzen Ausbildungsgängen und demzufolge nach der Schaffung von kantonalen Diplomen. Bildung Bern warnt vor Schnellbleichen. Den so ausgebildeten Personen würde vorgegaukelt, ihre Ausbildung sei ausreichend. Sie hätten keine anderen Möglichkeiten, als im Kanton Bern zu arbeiten. Das Image des Berufs würde massiv schlechter, wenn die Ausbildung auf die Schnelle absolviert werden könnte. Verbesserung von Rahmenbedingungen liessen sich kaum mehr begründen. Was nach schneller Lösung tönt, hätte massive Langzeitschäden in den Berner Schulen zur Folge. Aus pädagogischer wie aus gewerkschaftlicher Sicht sind solche Schnellschüsse abzulehnen.