Kompromiss im Grossen Rat: Magere Gehaltsentwicklung von 1.2%

Gemäss Regierungsrat und Finanzkommission hätte sich das Lohnsummenwachstum auf die Rotationsgewinne beschränken sollen. Nun hat aber ein Kompromissvorschlag im Grossen Rat eine Mehrheit gefunden. Zu den unbestrittenen Rotationsgewinnen von 0.8% kommen 0.4% als effektives Lohnsummenwachstum dazu. Für das Personal bedeutet das eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 1.2%. Um die versprochene Gehaltsentwicklung bei den Lehrpersonen zu verwirklichen, wären 1.5% nötig. Die Personalverbände machten unmissverständlich klar: Sparen bei den Löhnen bei gleichzeitigen Steuersenkungen wird nicht akzeptiert. Schon gar nicht in Zeiten, wo das Personal insbesondere in der Pflege und den Schulen über die Massen gefordert ist.

Was für das nächste Jahr nach einer tragfähigen Lösung aussehen mag, ist es nicht auf lange Sicht. Der Lehrpersonenmangel zeigt es: Die Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen müssen dringend verbessert werden. Das kostet. Massiv mehr kostet es, wenn nicht in die Bildung investiert wird. Deshalb sind Steuersenkungen für Unternehmen, die im Corona-Jahr Gewinn machen, fatal. Statt Verbesserungen umzusetzen, droht Abbau. Gegen diesen wird sich Bildung Bern vehement wehren.